Aus- und Fortbildung im Gerätturnen

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Curriculum zum Trainer B

Vorwort des TK Gerätturnen

Der Deutsche Turner-Bund hat es sich zu seiner Aufgabe gemacht, der Qualitätsentwicklung im Wettkampfbereich Gerätturnen in Anlehnung an die Rahmenrichtlinien des Deutschen Olympischen Sportbundes einen Ausbildungsgang von einer ersten Lizenzstufe (Trainerin/Trainer C) bis zur dritten Lizenzstufe (Trainerin/Trainer A) evaluiert zu formulieren und anzubieten.
Der Ausschuss Aus- und Fortbildung Gerätturnen des Deutschen Turner-Bundes legt nach der Konzeption der ersten Lizenzstufe hiermit die Ausbildungskonzeption zur Trainerin / Trainer B für die zweite Lizenzstufe Gerätturnen vor. Grundlage für diese Konzeption ist die Ausbildungsordnung des DTB, die am 01.01.2005 in Kraft getreten ist.
Nach den die Grundlagen für das Gerätturnen vermittelt wurden, die Gegenstand der ersten Lizenzstufe sind, werden hier vertiefend die notwendigen Kenntnisse für die Förderung talentierter Athletinnen und Athleten thematisiert. Die Trainingsinhalte, die im Leistungssport bis etwa zur Altersklasse 12 erforderlich sind, werden hier methodisch-didaktisch aufbereitet und vermittelt. Dabei thematisiert die Ausbildung Lern- und Leistungsvoraussetzungen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zweckmäßiger Bewegungstechniken.
Die meisten Lerneinheiten sind für beide Fachgebiete (männlich und weiblich) gleich. Davon ausgenommen sind nur die geschlechtsspezifischen Geräte. Diese LE wurden so konzipiert, dass eine Aufteilung des Lehrgangs in Gerätturnen männlich und Gerätturnen weiblich notwendig ist, da die Anzahl der LE für Pauschenpferd, Ringe und Barren der Anzahl der UE für Schwebebalken und die gymnastische Ausbildung entspricht.

Das TK Gerätturnen bedankt sich recht herzlich bei den Autoren dieser Konzeption:

  • Dr. Flavio Bessi
  • Ilona Gerling
  • Dr. Reinhard Weber
  • PD Dr. Klaus Knoll
  • Michael Gruhl
  • Dr. Thomas Heinen

Ebenso ein Dank gebührt den Gegenzeichnern (oder Validatoren), die kraft Amtes auch für die Überprüfung herangezogen wurden:

  • Lutz Wiedemann
  • Ursula Koch
  • Sven Karg
  • Jens Milbradt
  • Wolf Schlichthärle
  • Dr. Petra Nissinen
  • Prof. Dr. Gerd-Peter Brüggemann
  • Dr. Jörg Fetzer
  • Dr. Swantje Scharenberg

Handlungsfelder

Die Tätigkeit der Trainerin / des Trainers B Gerätturnen umfasst die eigenverantwortliche und selbstständige Planung und Durchführung eines qualifizierten leistungssportorientierten Trainings im Verein / Verband (Kader) innerhalb der olympischen Sportart Gerätturnen. Zielgruppen dieses Vereinsangebotes sind Kinder und Jugendliche, die das Gerätturnen leistungssportorientiert betreiben.
In der Ausbildung sollen die Teilnehmer/Innen ein umfassendes Verständnis des leistungsmäßig betriebenen Gerätturnen entwickeln Sie erwerben Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die zum Aufbau und zur Durchführung eines entsprechenden Trainingsangebotes notwendig sind.
Die Tätigkeit der Trainerin / des Trainers B umfasst sowohl die Talentsichtung, Talentförderung und Talentbindung auf der Basis leistungssportlich orientierter, altersgemäßer Trainings- und Wettkampfangebote als auch die Durchführung und Steuerung des Grundlagen- und Aufbautrainings für die ausgesuchten Athletinnen und Athleten.
Grundlagen der Ausrichtung der Inhalte der Trainerinnen bzw. Trainer sind die Ausbildungsabschnitte der Schülerinnen und Schüler im leistungssportlichen Gerätturnen. Richteten sich die Inhalte der Trainerin/Trainerausbildung in der ersten Lizenzstufe nach den Grundlagen des Gerätturnens, so basieren die Ausbildungsinhalte der zweiten Lizenzstufe auf die Schwerpunkte des Grundlagen- und Aufbautrainings.
Die inhaltlichen Handlungsfelder des Bereiches umfassen die Ausbildung der Lern- und Leistungsvoraussetzungen zweckmäßiger Bewegungstechniken unter Berücksichtigung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, sowie Kenntnisse zum Belastungsmanagement des Bewegungsapparats. Die Aspekte der Belastungsgestaltung und Kompensation sind hierbei wichtige inhaltliche Schwerpunkte der Ausbildung. Ausbildungsinhalte zu den genannten Ausbildungsschwerpunkten werden ständig durch eine enge Zusammenarbeit mit sportwissenschaftlichen Instituten und Austausch auf internationalem Gebiet evaluiert und angepasst. Der aktuelle Kenntnisstand liegt mit dem vorgelegten Ausbildungskonzept vor.

3 Ziele der Ausbildung

Die Ausbildung zur Trainerin / zum Trainer B Gerätturnen ist leistungssportlich orientiert. Die Inhalte der Ausbildung orientieren sich an den für eine Betreuung von Athletinnen und Athleten im nationalen Wettkampfbereich erforderlichen Trainingsprozessen (von der Talentsichtung bis zum Aufbautraining). Die Ausbildung soll im Zusammenhang mit der C-Trainer-Ausbildung betrachtet werden. Die B-Trainer-Ausbildung baut insbesondere auf das in der Ausbildung der 1. Lizenzstufe erworbene Wissen auf.
Der Trainer B soll in der Lage sein, Athletinnen und Athleten im Training und Wettkampf zu betreuen und im Sinne des langfristigen Leistungsaufbaus die Aufnahme in den Landes und unteren Bundeskader (vom D1 bis P-Kader) vorbereiten zu können. Hier geht es um die Vermittlung aller turnerischer Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Persönlichkeitseigenschaften, die eine Perspektiventwicklung und den angestrebten Übergang vom Landes- in den Bundeskader ermöglichen.

Die Struktur und die Inhalte (Stoffplan) der Ausbildung

Die aufgeführten Bereiche sind im Inhalt und Umfang als Planungsvorschläge konzipiert, die im Rahmen der Möglichkeiten in einem Ausbildungslehrgang eingehalten werden sollen. Es wird nicht möglich sein, alle aufgeführten Inhalte innerhalb der zur Verfügung stehenden Unterrichtseinheiten eines Ausbildungslehrgangs absolvieren zu können. Hier sei auf den Charakter der Fortbildungs-Lehrgänge als integraler Bestandteil der Ausbildung verwiesen. Die Kenntnisse der Trainer und Trainerinnen sol-len dementsprechend in den jährlichen Fortbildungs-Lehrgängen sukzessive erweitert werden.

In der Darstellung wird auf eine deutliche Trennung zwischen Theorie und Praxis verzichtet. Beide Bereiche sollen stark miteinander verzahnt werden (möglichst nah aneinander und praxisorientiert). Alle Theorie-Themen sollen in Verbindung mit den Möglichkeiten der Umsetzung in der Praxis vorgestellt werden. (Beispielsweise eine theoretische Einheit von ca. 15 Min mit unmittelbarer Umsetzung in der Praxis) Dadurch soll die abstrakte Wissenschaftlichkeit etwas „entschärft“ und auf ein praxisorientiertes Niveau gebracht werden, das jeder versteht, ohne dass die Qualität dabei darunter leidet.

Eine integrative, wissenschaftsübergreifende Konzeption soll für eine sinnvolle Einsparung von Stunden sorgen. Was muss zum Beispiel für die Landungen aus der Sicht der Biomechanik, der Sportmedizin, der Trainingslehre, der Sportpädagogik oder der Trainingsorganisation inhaltlich vernetzt angeboten werden?

Wichtig dabei ist die zeitliche Dimension der aufgeführten Themenbereiche. Sie sind nicht in jedem als geschlossene Unterrichtseinheiten zu verstehen. Es geht um den zeitlichen Umfang der Auseinandersetzung mit der Thematik.

Thema

UE

Information zu aktuellen Themen des DTB im Gerätturnen

1

Organisation des Leistungsports

1

Biologische Grundlagen, Physiologie und Sportmedizin

6

Trainingslehre

6

Bewegungslehre

4

Biomechanik

6

Sportpsychologie, -soziologie und –pädagogik

6

Training von Lern- und Leistungsvoraussetzungen

6

Gymnastische Ausbildung

5

Boden

5

Sprung

4

Reck/Stufenbarren

6

Pauschenpferd

3

Ringe

3

Parallelbarren

3

Balken

4

Gesamte UE
60

Für Lehrprobe und Prüfungen

14

Zum detaillierten Curriculum

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